15.05.2018

Flirten mit dem Chef

Wer flirtet nicht gerne. Aber muss es wirklich der eigene Chef sein? Affären zwischen Chef und Assistenz sind keine Seltenheit. Meist aber eine Dummheit. Warum der Assistenz-Job nicht ganz ungefährlich ist.

Da steht einem dieser absolut gutaussehende Mann gegenüber, man bekommt weiche Knie und kaum ein vernünftiges Wort über die Lippen. Ich liebe diese Situationen in Filmen – und im echten Leben. Allerdings nicht im Sekretariat!

Der Job der Assistenz ist nicht ganz ungefährlich. Da sie ständig mit ihrem Chef zu tun hat, oft in seiner Nähe ist – sofern er nicht verreist ist – und viel Zeit mit ihm verbringt, ist die Chance, sich ungeheuer nahezukommen, absolut realistisch.

Finger weg, wenn es nicht der Traummann ist! Für eine Affäre ist die Konstellation vielleicht reizbar, aber denkbar schlecht. Solche Verhältnisse breiten sich wie Buschfeuer im Unternehmen aus und werden die Arbeit extrem beeinflussen. Meist negativ. Positiven Einfluss dagegen hat Wohlfühlatmosphäre. Diese nimmt man aber auch wahr, wenn man Spaß bei der Arbeit hat, sich auskennt und geschätzt wird. Verliebtheit dagegen vernebelt. Schon Platon soll gesagt haben, dass die Liebe wie eine schwere Geisteskrankheit sei. Man benimmt sich merkwürdig, sprunghaft und ist auf das Objekt seiner Begierde fixiert. Das lässt die Assistenz weder professionell aussehen, noch wirkt sich das gewinnbringend auf ihren Job aus.

Sollten die Ambitionen vom Chef ausgehen, sollte sich die Assistenz schleunigst zurückziehen. Am Ende will er »nur spielen« und sie hat dann auch noch ihren Job verloren. Sie wird unweigerlich den Kürzeren ziehen.

Daher empfehle ich den Assistenzen schon beim Bewerbungsgespräch darauf zu achten, dass der potenzielle neue Chef nicht ins eigene Beuteschema passt. Ist der Chef nicht ihr Typ, kommt sie hoffentlich auch nicht ins Träumen. Mögen jedoch sollte sie ihn schon, damit sie ihm jederzeit loyal gegenüber sein kann.

Die Zusammenarbeit sollte von Verständnis füreinander und gegenseitiger Unterstützung geprägt sein. Dazu muss man nicht unbedingt aus dem gleichen Holz geschnitzt sein. Wertschätzung der Andersartigkeit ist ein Erfolgsrezept.

 

 

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