06.09.2018

OMG, meine Assistenz ist tätowiert!

Der Sommer hat es ans Tageslicht gebracht: Durch die luftig weiße Bluse schimmert ein buntes Tattoo auf dem Schulterblatt Ihrer Assistenz. Was hat das zu bedeuten und gibt es davon etwa noch mehr? Sie sind geschockt und fragen sich, wen Sie da um sich haben. Fehlt nur noch ein Piercing …

Zunächst einmal: Herzlich willkommen in der Neuzeit! Alles ist im Wandel. Erst waren es die Harten, die Knastis, dann die Punks, die Alternativen oder die Hippies. Heutzutage trifft es schon den Geschmack der Masse. So sind Tattoos nahezu bei jeder Bevölkerungsschicht zu sehen. Auch die Anzahl der Piercings wächst stetig an. Wobei schon das »kleine« Ohrlochstechen darunterfällt.

Bevor Sie vorschnell urteilen, überlegen Sie, warum Menschen so etwas tun. Wir sind heute deutlich freier als wir noch vor ein paar Jahrzehnten waren. Tattoos entstehen nicht unbedingt nur aus Trotz, weil man auffallen möchte, einer Bewegung angehört oder gar ein Code dahintersteckt. Es zählt mittlerweile zur Kunst. Viele Menschen sind körperbewusster geworden und möchten sich mit einem schönen Motiv verzieren. Noch immer ist es ein Zeichen für Individualität. Ob man es als Belohnung versteht, als Erinnerung oder gar als Mantra – die Motive und Möglichkeiten sind so vielfältig wie nie zuvor. So auch die Auswahl und der Ideenreichtum beim Piercing.

Wo ist der Juckepunkt? Passt das Tattoo oder Piercing nicht zum Unternehmen, zur Position, zur Branche oder ist es nur Ihnen ein Dorn im Auge? Als Arbeitgeber sind Sie verantwortlich für den Arbeitsbereich und können so auch bestimmen, welches Unternehmensbild Sie der Öffentlichkeit vermitteln möchten. Solange der Körperschmuck unter der Arbeitskleidung verborgen und nicht sichtbar ist, haben Sie keine Handhabe. Und wenn der Körperschmuck tatsächlich zu sehen ist, suchen Sie das Gespräch mit Ihrer Assistenz. Sprechen Sie über Ihre Einstellung dazu, wie es Ihnen damit geht und was Sie sich diesbezüglich wünschen, damit Ihre rechte Hand sich weiter wertgeschätzt fühlt und Sie gleichzeitig verstanden werden.

Nicht, dass ich ein Fan von Tattoos bin, aber wie heißt es so schön: „Jeder wie er mag.“ Und wie so oft geht es am Ende um die Passung. Daher empfehle ich den Top-Assistenzen, ihren Tattoos und Piercings eher an diskreten Stellen zu frönen.

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